Hochentwickelte LDO-Regler erfüllen die Herausforderungen bei der Entwicklung von Stromversorgungen für drahtlose Sensoren im IoT

Zur Verfügung gestellt von Nordamerikanische Fachredakteure von Digi-Key

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) beruht zum großen Teil auf einem Netzwerk von drahtlosen Sensoren, die Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, Druck, Vibration, Beschleunigung, Luftqualität und Helligkeit messen. Für diese drahtlosen Sensoren werden HF-Technologien für kurze Distanzen wie Bluetooth Low Energy (Bluetooth LE) oder Zigbee eingesetzt. Diese sind durch einen Datenaustausch mit geringem Volumen und geringer Auslastung gekennzeichnet. (Siehe Artikel „Vergleich energiesparender drahtloser Technologien“ in der Digi-Key-Bibliothek.)

Das Nutzungsmodell und das Energieprofil dieser drahtlosen Sensoren stellen für die Entwickler von Stromversorgungen Herausforderungen in puncto Abmessungen, Kosten, Zuverlässigkeit, Stabilität und Wirkungsgrad dar.

In diesem Artikel werden die Gründe für diese Herausforderungen beschrieben. Dann werden Beispiele für die neuesten LDO-Linearregler-Entwicklungen (Low Drop Out) vorgestellt und es wird erläutert, warum diese eine gute Grundlage für die Stromversorgung von drahtlosen Sensoren für das IoT bilden können. Dann werden in diesem Artikel Richtlinien vorgestellt, die es den Entwicklern ermöglichen, von diesen neuen Lösungen zu profitieren, um die Erfolgschancen von Entwicklungen zu erhöhen.

Schaltregler oder LDO?

Drahtlose Sensoren für das IoT stellen für die Entwickler aus folgenden Gründen eine Herausforderung dar:

  • Sie werden typischerweise mit Batteriezellen geringerer Größe betrieben, benötigen aber eine lange Laufzeit
  • Sie verbringen lange Zeit in einem energiesparenden Schlafmodus und werden plötzlich geweckt, um Daten zu senden bzw. zu empfangen, und kehren dann schnell in den Schlafmodus zurück
  • Mit ihnen sind normalerweise ein HF-Transceiver und ein Mikrocontroller auf einem einzigen Chip integriert
  • Sie messen geringe Abweichungen von Signalen
  • Sie werden in großer Zahl bereitgestellt und müssen daher relativ kostengünstig und leicht zu warten sein

Es gibt für die Stromversorgung eines Sensors drei Möglichkeiten: ein Schaltregler, ein LDO oder eine Kombination von beiden. Die Wahl ist nicht leicht, da jede Möglichkeit ihre Vor- und Nachteile hat.

Schaltregler haben z. B. einen hohen Wirkungsgrad, womit Sie eine gute Wahl sind, wenn es um eine lange Batterielaufzeit geht. Dagegen sind sie weniger effizient bei geringen Lasten, z. B. wenn sich ein drahtloser Sensor im „Schlafmodus“, einem verbreiteten Stromsparmodus, befindet. Schaltregler sind auch komplexer, was sowohl die Entwicklungszeit als auch die Kosten ansteigen lässt. Auch die vom Hochfrequenzbetrieb des Schaltreglers verursachten elektromagnetischen Störungen (EMI) können den Mikrocontroller und den Transceiver auf einem empfindlichen drahtlosen SoC (System-on-Chip) beeinflussen. Schließlich können diese Störungen auch die geringen Signalabweichungen des Sensors beeinflussen, was dessen Messgenauigkeit beeinträchtigt.

LDO-Linearregler erzeugen sehr wenig EMI und sind in der Anwendung relativ einfach und kostengünstig. Sie sind allerdings bei variablen Eingangsspannungen und Lasten im Allgemeinen weniger effizient als Schaltregler. Darüber hinaus können sie im Gegensatz zur Abwärts-/Aufwärts-Topologie eines Schaltreglers nur als Abwärtswandler eingesetzt werden. Dies kann die nutzbare Kapazität der Batterie einschränken.

LDOs reagieren nur mäßig auf schnelle Änderungen der Last, z. B., wenn ein Funk-Transceiver schnell aus dem Schlafmodus hochfährt. Dies führt zu Spannungsspitzen, die die Elektronik des Sensors beschädigen können.

Es ist üblich, beide Ansätze zu kombinieren, um sowohl von der Effizienz eines Schaltreglers als auch von der Spannungsstabilität und dem robusten Point-of-Load-Verhalten eines LDO zu profitieren. Leider führt eine derartige Topologie zu mehr Komplexität, höheren Kosten und größeren Abmessungen sowie zu weiteren Herausforderungen beim Layout und bei der Bestandsverwaltung.

Statt beide zu kombinieren, kann auch mit einem LDO allein gearbeitet werden, wenn sichergestellt wird, dass er mit der für das Projekt erforderlichen Effizienz betrieben werden kann. Zwei Kennwerte sind kritisch: die „Dropout-Spannung“ (VDROPOUT) und die durchschnittliche Spannungsdifferenz zwischen Eingang und Ausgang.

Die Wichtigkeit der Dropout-Spannung

Die Funktion von herkömmlichen Reglern wird beeinträchtigt, wenn die Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung den Spannungs-Overhead des Transistors erreicht, die bei etwa 2 V liegt. Dies beschränkt den Wirkungsgrad.

Bei einem typischen LDO wird der als Steuerungselement in einem herkömmlichen Linearregler verwendete NPN-Transistor (bzw. das N-Typ-MOSFET) durch einen PNP-Transistor oder ein P-Typ-MOSFET ersetzt (Abbildung 1). Damit ändert sich die Schaltung von einem Emitterfolger (Quellenfolger) in eine Stromquelle.

Schaltbild: LDO mit einem P-Typ-MOSFET als Durchgangselement

Abbildung 1: Bei einem LDO ist das Durchgangselement ein P-Typ-MOSFET, das bis nahe an der Sättigung betrieben werden kann. Damit erhöht sich der Wirkungsgrad durch einen niedrigeren VDROPOUT-Wert im Vergleich mit herkömmlichen Linearreglern. (Bildquelle: Texas Instruments)

Das P-Typ-MOSFET kann bis nahe an die Sättigung betrieben werden, wodurch die minimale Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung beträchtlich sinkt. Dies ist die „Dropout-Spannung“ VDROPOUT, bei der der Baustein die Ausgangsspannung ordnungsgemäß regeln kann. Bei einem guten LDO beträgt VDROPOUT normalerweise weniger als 200 mV.

Die Einführung einer neuen Generation von LDOs bedeutet für die Entwickler einen noch niedrigeren VDROPOUT-Wert, der wiederum den Wirkungsgrad erhöht, die Stromstärke im Schlafmodus begrenzt und die nutzbare Kapazität der Batterie erhöht. Wie oben erwähnt, verbringen drahtlose Sensoren einen großen Teil der Zeit im Schlafmodus. Dies geschieht, um Energie zu sparen – aber die im Schlafmodus verbrachte Zeit kann 99 % erreichen. Daher ist die durch den niedrigen Dropout ermöglichte Reduzierung des Parameters für die Stromstärke im Schlafmodus sehr wichtig für eine lange Batterielaufzeit.

Unterdrückung von Rauschen und Welligkeit

Neuere LDOs verfügen über eine bessere Reaktion auf Spannungsspitzen und filtern Welligkeit am Eingang. Damit liefern sie eine stabilere Spannungsversorgung sowie einen besseren Versorgungsspannungsdurchgriff (Power Supply Rejection Ratio, PSRR). Die Reaktion des LDO auf Transienten kann weiter durch Erhöhung der Kapazität und Verringerung des äquivalenten Serienwiderstands (Equivalent Series Resistance, ESR) des Eingangskondensators verbessert werden, ohne dass sich Abmessungen und Kosten wesentlich erhöhen.

Der PSRR-Wert sagt aus, wie gut eine Schaltung störende Signale und Welligkeit am Eingang der Stromversorgung unterdrückt. Die Definition ist in der Branche nicht einheitlich, aber meist wird er als das Verhältnis der Änderung der Versorgungsspannung und der erzeugten äquivalenten (differenziellen) Ausgangsspannung in Dezibel (dB) definiert.

Der PSRR-Wert ist frequenzabhängig. Der Benchmark-Wert eines guten LDO liegt zwischen 60 und 110 dB bei 1 kHz (Abbildung 2).

Grafische Darstellung: Frequenzabhängigkeit des PSRR-Werts

Abbildung 2: Die grafische Darstellung zeigt die Frequenzabhängigkeit des PSRR-Werts eines Hochleistungs-LDO. Der Benchmark-Wert eines guten LDO liegt zwischen 60 und 110 dB bei 1 kHz. (Bildquelle: Analog Devices)

An einem batteriegespeisten Gleichstromeingang, wie er wahrscheinlich für einen drahtlosen Sensor genutzt wird, sind störende Signale weit weniger wahrscheinlich als an einer Wechselstromquelle, können aber trotzdem auftreten. Ein LDO mit einem guten PSRR-Wert ist eine lohnende Investition für eine derartige Anwendung, da er die Stabilität der Spannung sicherstellt.

Überlegungen bei der Entwicklung einer Stromversorgung für drahtlose Sensoren

Zwar scheint die neue LDO-Generation eine vielversprechende Lösung für die Versorgung von drahtlosen Sensoren zu sein, aber es ist wichtig zu erkennen, dass auch diese Bauelemente Kennwerte haben, die während der Entwicklungsphase berücksichtigt werden müssen. Ein Linearregler kann eine Eingangsspannung z. B. nicht umkehren, d. h., wenn die mit Strom versorgte Elektronik eine negative Spannung benötigt, muss eine negative Spannung geliefert werden.

Eine zweite wichtige Überlegung bei drahtlosen Sensoren – bei denen die Batterielaufzeit sehr wichtig ist – ist die Tatsache, dass LDOs nur als Abwärtsregler betrieben werden können. Aufgrund dieser Einschränkung muss die Eingangsspannung stets höher als die höchste von der Sensorelektronik benötigte Spannung sein.

Für ein typisches für drahtlose Sensoren eingesetztes Bluetooth LE-SoC wie das DA14585 von Dialog Semiconductor oder das nRF52832 von Nordic Semiconductor ist eine Eingangsspannung von mindestens 1,5 V bis 1,7 V erforderlich, wenn eine als Abwärtswandler konfigurierte Stromversorgung eingesetzt wird.

Dies hat Auswirkungen auf die Wahl der Batterie bei der Auslieferung: eine einzelne Nickel-Cadmium-Zelle vom Typ AA (NiCad) mit 1,2  V käme nicht in Frage. Es hat auch Auswirkungen auf die gesamte nutzbare Kapazität der Batterie, da eine Batterie noch über eine Restladung verfügen könnte, wenn die Spannung bereits unter das für das drahtlose SoC erforderliche Minimum gesunken ist. Diese Faktoren kommen bei der Wahl einer Batterie ins Spiel, aber für drahtlose Sensoren wird häufig die Lithium-Mangan-Knopfzelle CR2032 mit 3 V und 225 mAh von Panasonic gewählt. Diese Zelle zeichnet sich durch ein geringes Gewicht (2,9 g), eine ausgezeichnete Entladungscharakteristik, eine Stabilität der Spannung während der Entladung und eine dauerhafte Zuverlässigkeit aus.

Begrenzung der Dropout-Spannung zur Erhöhung des Wirkungsgrads

Ein LDO ist zwar generell weniger effizient als ein Schaltregler, aber seine Effizienz lässt sich durch Verringerung der Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung steigern: Wirkungsgrad = VOUT/VIN. Dies liegt daran, dass bei einer geringeren Spannungsdifferenz in der internen Schaltung des LDO weniger Leistung verloren geht. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Wärmeprobleme minimiert werden. Bei einer genügend kleinen Spannungsdifferenz kann ein LDO mit einem Wirkungsgrad von 95 % bis 99 % arbeiten.

Ein guter Entwicklungsansatz besteht darin, Wirkungsgrad und verwertbare Batteriekapazität durch die Wahl geeigneter Eingangs- und Ausgangsspannungen gegeneinander abzuwägen. Es empfiehlt sich kaum, den Wirkungsgrad durch Verkleinerung der Lücke zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung zu maximieren, wenn der LDO ausfällt, obwohl die Batterie noch über relativ viel verbleibende Energie verfügt.

Dies führt zu folgender Frage: Wann fällt der LDO aus? Ist VDROPOUT erreicht, wirkt das Durchgangselement des LDO (ein PNP-Transistor oder ein P-Typ-MOSFET) als Widerstand, dessen Wert dem Drain-Source-Widerstand (RDSON) entspricht. Bei einer gegebenen Laststromstärke (ILOAD) gilt: VDROPOUT = ILOAD × RDSON.

Bei den derzeit für LDOs als PNP-Transistor oder P-Typ-MOSFET verwendeten Komponenten beträgt RDSON ca. 1 Ω. Die gute Nachricht ist, dass die Betriebsstromstärke eines typischen drahtlosen Sensors gering ist, sodass VDROPOUT ebenso recht niedrig ist. Eine typische Laststromstärke bei einem drahtlosen Sensor wäre z. B. 190 µA. Dann gilt: VDROPOUT = 190 µA x 1 Ω = 190 µV. Während der drahtlosen Datenübertragung könnte ILOAD für das drahtlose SoC möglicherweise einen Spitzenwert von 7,5 mA erreichen, wodurch VDROPOUT auf 7,5 mV ansteigen würde. Dies ist schon höher, aber noch relativ niedrig.

Bei der Entwicklung sollte stets beachtet werden, dass VDROPOUT der Punkt ist, ab dem der LDO die Versorgungsspannung nicht mehr regeln kann. Zur vollständigen Erfüllung der Spezifikation benötigt ein LDO eine zusätzliche „Reservespannung“ (Headroom Voltage). Mit dieser Reservespannung kommen typischerweise 250 bis 500 mV zu VDROPOUT hinzu, sie kann aber bei manchen LDOs bis zu 1,5 V betragen. Die Hersteller führen diese Reservespannung normalerweise in ihren Datenblättern auf.

Wenn sich der drahtlose Sensor in einem Schlafmodus mit extrem geringem Stromverbrauch befindet, in dem praktisch keine Energie zur „Lebenserhaltung“ erforderlich ist, zieht der LDO weiterhin eine gewisse Stromstärke. Bei einem guten LDO hat dieser Ruhestrom die Größenordnung von einigen Mikroampere. Dies klingt unbedeutend, aber bei einer langen Dauer kann dieser Strom erhebliche Auswirkungen auf die Batterielaufzeit haben, insbesondere deswegen, weil ein drahtloser Sensor wie oben erwähnt bis zu 99 % seiner Lebenszeit im Schlaf verbringt. Das Problem vervielfacht sich, wenn eine Installation Dutzende von Sensoren umfasst. Die Batterielaufzeit wird wichtig, wenn häufige und kostspielige Batteriewechsel vermieden werden sollen.

Ebenso ist wichtig, dass ein LDO in einer Anwendung mit drahtlosen Sensoren ein gutes Transientenverhalten zeigt und schnell auf wechselnde Lasten reagiert. Ein entscheidender Faktor bei der Verwaltung des Energiebudgets eines drahtlosen Sensors ist der, dass das Gerät Daten so schnell wie möglich sendet oder empfängt, sobald dies erforderlich ist, um die Dauer von relativ hohen Stromstärken beim Senden oder Empfangen so gering wie möglich zu halten. Ein drahtloses SoC verbraucht im Schlafmodus nur Strom in der Größenordnung von einigen zehn Nanoampere, aber beim Senden oder Empfangen steigt der Stromverbrauch schnell um zwei Größenordnungen an.

Das Einschwingverhalten eines LDOs ist aufgrund dieser Tatsache als Spannungsänderung bei schnellen Änderungen der Laststromstärke definiert (Abbildung 3).

Diagramm: Einschwingverhalten bei einer schnellen Änderung der Ausgangslast

Abbildung 3: Das Einschwingverhalten bei einer schnellen Änderung der Ausgangslast ist ein entscheidender Maßstab für die Leistung eines LDO in Anwendungen mit drahtlosen Sensoren. Das Einschwingverhalten eines Hochleistungs-LDO. (Bildquelle: Maxim Integrated)

Den größten Einfluss auf das Einschwingverhalten hat das Produkt aus Verstärkung und Bandbreite der Steuerschleife des LDOs. Wenn der Einschwingvorgang schneller als die Kompensationsschleife ist, kann ein „Klingeln“ auftreten, was zu elektromagnetischen Störungen führt. Ein wesentliches Problem bei drahtlosen Sensoren besteht darin, dass herkömmliche LDO-Regler dort eine geringere Schleifenverstärkung zeigen. Bei einigen neueren LDOs wird eine Schaltung mit niedrigem Current-Mode verwendet, um die Schleifenverstärkung bei sehr geringen oder fehlenden Lasten zu erhöhen, was zu einem besseren Einschwingverhalten bis zu einer Ausgangsstromstärke von null führt.

Für drahtlose Sensoren geeignete LDOs

Die wichtigsten Parameter für einen LDO, der die Spannung für einen drahtlosen Sensor regelt, sind folgende:

  • Niedriger RDSON (um VDROPOUT über den gesamten Betriebsstromstärkebereich zu minimieren)
  • Niedrige Reservespannung
  • Niedriger Ruhestrom
  • Hoher PSRR-Wert
  • Gutes Einschwingverhalten bei Laständerungen
  • Hohe Schleifenverstärkung bei niedrigen Lasten

Weitere wichtige Faktoren sind die Gehäusegröße, die Zahl der erforderlichen Peripheriekomponenten und die Kosten.

Der LDO TPS7A10 von Texas Instruments ist eine gute Wahl für Anwendungen mit drahtlosen Sensoren. Er hat ein kompaktes 1,5 mm mal 1,5 mm großes Gehäuse, der Eingangsspannungsbereich beträgt 0,75 bis 3,3 V und der Ausgangsspannungsbereich 0,5 bis 3,0 V. Er ist auf 1,5 % stabil gegenüber den spezifizierten Abweichungen von Last, Spannung und Temperatur. Der Ausgangsspannungsbereich passt gut zu den in den oben vorgestellten Beispielen von Dialog Semiconductor und Nordic Semiconductor geforderten Eingangsspannungen (1,5 V bis 3,6 V).

Unter typischen Betriebsbedingungen für drahtlose Sensoren beträgt VDROPOUT beim TI-Chip nur einige zehn Millivolt (70 mV (max.) bei 300 mA (VOUT > 1,0 V)), und die Reservespannung des LDO beträgt ca. 250 mV. Der LDO kann bis zu 300 mA liefern, und der Ruhestrom beträgt einige Mikroampere. TI empfiehlt auch, mit dem LDO die niedrigen Core-Spannungen der für analoge Sensoren verwendeten Prozessoren zu versorgen. Der PSRR-Wert des LDO beträgt 60 dB (bei 1 kHz). TI hat das Einschwingverhalten durch eine Schaltung mit niedrigem Current-Mode verbessert, wodurch sich die Schleifenverstärkung bei sehr geringen Lasten erhöht.

Als Experimentierfeld und für die ersten Schritte bei der Entwicklung bietet TI auch das Evaluierungsmodul TPS7A10EVM-004 an. Es enthält einen einzelnen LDO und erleichtert die Evaluierung von Funktion und Leistung des TPS7A10 unter verschiedenen Betriebsbedingungen (Abbildung 4).

Bild: Evaluierungsmodul TPS7A10EVM-004 von Texas Instruments

Abbildung 4: Das Evaluierungsmodul TPS7A10EVM-004 von TI erleichtert die Evaluierung des LDO TPS7A10 und umfasst auch Entwicklungsrichtlinien bezüglich Layout und thermischem Verhalten. (Bildquelle: Texas Instruments)

Maxim Integrated bietet mit dem MAX8636ETA+ ebenfalls einen geeigneten LDO für Anwendungen mit drahtlosen Sensoren an.  Der Baustein wird in einem 2 mm mal 2 mm großen Gehäuse geliefert und wird mit einer Eingangsspannung von 2,7 bis 5,5 V betrieben. Der LDO verfügt über zwei Ausgänge, von denen der eine von 2,6 bis 3 V und der andere von 1,5 bis 2,8 V konfigurierbar ist. Beide Ausgänge können bis zu 300 mA liefern. VDROPOUT liegt im Bereich von einigen zehn Millivolt (90 mV (max) bei 100 mA) bei einer typischen Last eines drahtlosen SoC. Der typische Ruhestrom beträgt ca. 54 μA, wenn beide LDOs eingeschaltet sind. Der PSRR-Wert des MAX8636ETA+ beträgt 60 dB (bei 1 kHz) mit einem soliden Einschwingverhalten bei Änderungen der Last.

Wenn eine negative Stromschiene benötigt wird, ist der LDO LT3094 von Analog Devices mit extrem geringem Rauschen und sehr hohem PSRR-Wert eine gute Wahl. Außer der negativen Eingangsspannung von -1,8 bis -20 V ähneln die anderen Kennwerte den Bausteinen von TI und Maxim Integrated. Die Abmessungen betragen 3 mm mal 3 mm und die maximale Ausgangsspannung beträgt -19,5 V. Die Ausgangsstromstärke kann bis zu 500 mA betragen.

Der VDROPOUT-Wert des LT3094 liegt bei Stromstärken unter 100 mA bei 200 mV, der Ruhestrom beträgt 3 µA, der PSRR-Wert beträgt 60 dB bei 1 kHz und das Einschwingverhalten ist ebenfalls solide. Der Baustein kann parallel mit einem weiteren LDO LT3094 betrieben werden, um das Rauschen zu reduzieren.

Analog Devices bietet für den LT3094 die Demo-Platine DC2624A an, die eine nützliche Hilfestellung für das Schaltungslayout und den Materialbedarf zur Minimierung von Rauschen und zur Maximierung des PSRR-Werts des LDO ist.

Praktisches Implementierungsbeispiel

Die LDOs von TI, Maxim und Analog Devices eignen sich alle für die Spannungsregelung von SoCs mit drahtlosen Sensoren, z. B. für die oben beschriebenen Systeme von Dialog oder Nordic Semiconductor. Stellen Sie sich nun eine einfache Anwendung vor, bei der das SoC der größte Verbraucher von Batteriestrom ist und als Batterie eine CR2032 von Panasonic verwendet wird. Das drahtlose SoC wird mit einer Eingangsspannung von 1,5 bis 3,6 V betrieben. Die Batterie liefert anfangs eine Nennspannung von 3 V.

Wenn als Ausgangsspannung des LDO 2,5 V gewählt wird, ist die Spezifikation für die Eingangsspannung des drahtlosen SoC erfüllt. Bei voll geladener Batterie (d. h. bei einer Spannung von 3 V) beträgt der Wirkungsgrad 83 % und nach 1000 Betriebsstunden bei 20 °C mit einer mittleren Stromstärke von 190 µA liefert die Batterie immer noch eine Spannung von ca. 2,7 V und der Wirkungsgrad ist auf nahezu 93 Prozent gestiegen.

Unter der Voraussetzung eines nahezu linearen Abfalls der Ausgangsspannung über 1000 Betriebsstunden liegt der mittlere Wirkungsgrad des LDO (bei einer konstanten Last von 190 µA) bei 88 %. Vor dem Abschalten sind etwa 74 % (Durchschnittlicher Wirkungsgrad von 88 % mal nutzbare Kapazität von 84 %) der Energie der Batterie zu einer nutzbaren Versorgung des Sensors verwendet worden (Abbildung 5).

Diagramm: Batterie CR2032 bei einer typischen mittleren Last durch einen drahtlosen Sensor

Abbildung 5: Die Batterie CR2032 kann bei einer mittleren Last von 190 µA durch einen drahtlosen Sensor bei 20 °C über 1000 Betriebsstunden eine Spannung über 2,7 V aufrechterhalten. (Bildquelle: Panasonic)

Fazit

Drahtlose Sensoren werden nach wie vor in großer Zahl für das IoT eingesetzt. Daher ist es wichtig, dass sich die Entwickler darüber Gedanken machen, wie der Stromverbrauch sowohl im Betrieb als auch im Schlafmodus verringert werden kann.

Schaltregler sind zwar im Allgemeinen effizienter, aber bei dem Energie- und Nutzungsprofil eines drahtlosen Sensors wirkt sich dieser Vorteil relativ zu einem LDO kaum aus. Außerdem wird diese Effizienzlücke gerade durch eine neue Generation von LDOs mit verbessertem PSRR-Wert und einem verbesserten Einschwingverhalten verkleinert.

Aufgrund der einfachen Entwicklung, der geringen Kosten, der geringen Abmessungen und des geringen Rauschens ist der Einsatz eines LDO als eigenständige Stromversorgung für drahtlose Sensoren für das IoT eine Überlegung wert. Dabei liegt der Schlüssel für die Maximierung der Vorteile eines LDO in der Wahl eines Bauelements, das möglichst gut zu der von der Elektronik des drahtlosen Sensors benötigten Spannung und Stromstärke passt.

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